News

... liest ein Fachbuch

Neuroonkologisches Kompetenzzentrum Brandenburg

logo nok1 

Am 21.04.2018 wurde im Rahmen eines wissenschaftlichen Symposiums das Neuroonkologische Kompetenzzentrum Brandenburg offiziell gegründet.

Diese neu geschaffene Institution soll die Behandlung von Patienten mit primären Tumoren des zentralen und peripheren Nervensystems sowie dessen Hüllen koordinieren und effizienter machen. Das NOK wurde auf Initiative der beiden Chefärzte der maßgeblich beteiligten Kliniken gegründet. Prof. Dr. med. Stephan Schreiber als ärztlicher Leiter der Klinik für Neurologie im ASKLEPIOS Fachklinikum Brandenburg und Prof. Dr. med. Christian Ewald, Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie im Städtischen Klinikum Brandenburg möchten sich so der Aufgabe stellen, regional und überregional eine Behandlung von Patienten, die unter diesen seltenen Erkrankungen leiden auf bestem Niveau sicherzustellen.

Die Zusammenarbeit der Kliniken hat bereits Tradition, durch das neu geschaffene Neuroonkologische Kompetenzzentrum werden diese bereits seit vielen Jahren beschrittenen Pfade aber nun fixiert, modernisiert und mit neuen technischen Mitteln zukunftsgerecht gestaltet.

Jährlich erkranken ca. 10 bis 20 von 100000 Einwohnern an den o. g. Erkrankungen und bisher ist ein Teil der Patienten an größere universitäre Zentren in der Umgebung abgewandert, obwohl der Standort Brandenburg an der Havel sämtliche Strukturvoraussetzungen für die Etablierung einer komplexen neuroonkologischen Behandlung bietet. Dies betrifft zum einen die neurochirurgische Versorgung, aber auch die neuropathologische, neuroradiologische und letztendlich neuroonkologische Expertise sind vor Ort angesiedelt. Durch Kooperation mit der Praxis für Strahlentherapie der Ruppiner Kliniken hier in Brandenburg, können lokal sämtliche Behandlungsmodalitäten angeboten werden.

Die Patienten werden über externe Zuweiser in das Netzwerk des Kompetenzzentrums eingewiesen und in interdisziplinären Tumorkonferenzen besprochen. Ein entsprechender Behandlungsplan wird festgelegt und so eine zeitnahe Therapie sichergestellt.
Die Behandlung dieser Tumore umfasst neben einer Operation, welche einer nicht unerheblichen technischen Ausstattung bedarf, häufig eine adjuvante Strahlentherapie, begleitet bzw. gefolgt von einer medikamentösen (Chemo-) Therapie. Hierzu bietet sich die neuroonkologische Sprechstunde im ASKLEPIOS Fachklinikum an.
Aber nicht immer sind derart drastische Therapiemaßnahmen notwendig, in vielen Fällen reicht auch die Kontrolle möglich pathologischer Befunde. Hier besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen den niedergelassenen Kollegen, den radiologischen Instituten der beteiligten Kliniken und den Neurochirurgen/ Neurologen innerhalb des Zentrums.

Jährlich werden ca. 100 Patienten die interdisziplinären Konferenzen durchlaufen.

Neben der Versorgung der Patienten bietet sich die Plattform des Neuroonkologischen Kompetenzzentrums aber auch für mögliche translationale Forschungsprojekte an. Durch die enge Zusammenarbeit der beteiligten Kollegen ist eine enge Verzahnung von experimenteller und klinischer Forschung möglich. Die Möglichkeit zur Grundlagenforschung ist durch die neuropathologische Expertise am Klinikum Brandenburg gegeben.

Im Mittelpunkt der Eröffnungsveranstaltung am 21.04.2018 stand zunächst die Vorstellung der beteiligten „Key player“, so stellte Prof. Ewald die Neuroonkologie aus Sicht der Neurochirurgie vor. Frau Privatdozentin Dr. Harder beleuchtete die aktuellen Aspekte der neuropathologischen Klassifikation der primär intrakraniell wachsenden Geschwülste. Von den Kollegen der Strahlentherapie aus der Praxis für Strahlentherapie in der Hochstraße/ Brandenburg wurden die Möglichkeiten der radioonkologischen Behandlung demonstriert und Herr Prof. Schreiber schilderte den aktuellen Stand der adjuvanten neuroonkologischen Behandlung der Patienten mit bösartigen Hirntumorerkrankungen. Den Abschluss bildeten Herr Dirk Harms als anerkannter ambulanter Palliativmediziner in der Region und Herr Privatdozent Dr. Walter, der als Oberarzt der Klinik für Neurochirurgie am Universitätsklinikum Jena einen Überblick über neue vielversprechende Behandlungsmethoden gab.

In Zukunft werden ähnliche Veranstaltungen unter der Schirmherrschaft des Neuroonkologischen Kompetenzzentrums in jährlichem Turnus stattfinden, zum einen, um die bisher erfolgten Behandlungen kurz zu skizzieren, zum anderen aber auch, um neue Ausblicke bezüglich der Behandlung dieser oft schwerkranken Patienten zu geben.

Langfristig versprechen sich die beteiligten Kliniken hiervon eine effiziente, moderne und schlussendlich auch bessere Betreuung von Patienten, für die es bis dato lokal keinen Ansprechpartner gab, der die verschiedenen beteiligten Fachabteilungen „an einen Tisch“ holt.

NKZ2018 1

Flyer