Veranstaltungen der Klinik für Urologie

DEGUM Pressekonferenz

Weiterbildungsveranstaltung für Urologen und Assistenzpersonal am 25.01.2017 in Brandenburg

Prof. Dr. Enzmann aus dem Städtischen Klinikum hat über Behandlungsfehler in der Medizin referiert. Er ist externer Gutachter beim Medizinischen Dienst der Krankenkasse der Länder Berlin und Brandenburg.

2015 wurden beim Medizinischen Dienst der Krankenkassen bundesweit 9899 vermeintliche Behandlungsfehler begutachtet. 34 % davon wurden tatsächlich als Behandlungsfehler bewertet.

So stellt sich die Verteilung der bestätigten Behandlungsfehler bundesweit nach Verantwortungsbereichen dar – z.B. in 1,5 % der Fälle gab es Organisation und Kommunikationsschwächen, die fehlerhaft bewertet wurden.

Der leitende Oberarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie, Herr Matthias Götze, stellte im Anschluss die vielfältigen Behandlungsoptionen der „überaktiven Blase“ dar. Neben den gängigen konservativen und medikamentösen Therapien wurde besonderes Augenmerk auf moderne operative Verfahren wie die intravesikale Injektion von Botulinumtoxin A und die Implantation von Neuromodulatoren gelegt. Letzteres hat seit wenigen Jahren Einzug in unseres Behandlungsspektrum gehalten.

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Prostatakarzinom

 

Expertengespräch zu Patienten mit metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinom

 

Im Juli 2016 fand ein Expertengespräch in Brandenburg statt, wie Patienten mit metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinom behandelt werden.

Unter der Moderation von Prof. Dr. Enzmann diskutierten niedergelassene Urologen, Kliniksurologen und Nuklearmediziner nach den Referaten von Herrn Dr. Jochens - Nuklearmedizin Westend Berlin und Herr PD Dr. Johannsen - Urologischen Fachpraxis Berlin über eine neue Therapie bei Knochenmetastasen.

Es ging um die Indikation und Verabreichung von Radium-223, einem alpha-Strahler mit seiner sehr kurzen Reichweite. Aufgrund seiner Ähnlichkeit zu Kalzium wird das Radium-Isotop im Knochen eingebaut und besonders in Bereichen von Knochenmetastasen eingelagert, indem es Komplexe mit dem Knochenmineral Hydroxylapatit bildet. Der hohe Energietransfer von Alphastrahlern führt in angrenzenden Tumorzellen zu einer Schädigung der Zellen durch Auftreten von Doppelstrangbrüchen der DNA. 

Bayer HealthCare hat die EU-Marktzulassung für Xofigo® (Radium-223-dichlorid) als Injektionslösung für die Therapie von Erwachsenen mit kastrationsresistentem Prostata-Ca, symptomatischen Knochenmetastasen ohne bekannte viszerale Metastasen erhalten.

Die Zulassung von Xofigo® basiert auf der Phase-III-Studie ALSYMPCA (ALpharadin in SYMptomatic Prostate CAncer) an Patienten mit kastrationsresistentem Prostatakrebs (CRPC) und symptomatischen Knochenmetastasen.

Die randomisierte, placebokontrollierte Studie zeigte nach Einschluss von 922 Patienten, dass die Therapie die mittlere Gesamtüberlebenszeit (primärer Endpunkt) der Patienten von 11,2 auf 14 Monate verlängerte, was einer signifikanten relativen Reduktion um 44 % entspricht.

Auch die mittlere Zeit bis zum Auftreten von symptomatischen skelettbezogenen Ereignissen wurde von 8,4 auf 13,6 Monate verlängert (64-prozentige Verbesserung). Die Verlängerung der Zeit bis zur externen Strahlentherapie zur Schmerzlinderung und die geringere Anzahl an Patienten, die in der Xofigo®-Gruppe von Knochenschmerzen als Nebenwirkung berichteten, weisen auf einen positiven Effekt auf Knochenschmerzen hin.

Das Gesamtsicherheitsprofil von Xofigo® beruht auf Daten von 600 Patienten, die in der Phase-III-Studie ALSYMPCA mit Xofigo® behandelt wurden. Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen (≥ 10 %) bei mit Xofigo® behandelten Patienten waren Diarrhö, Übelkeit, Erbrechen und Thrombozytopenie.

Der Nuklearmediziner Dr. Wisotzki hat die erforderliche Genehmigung erhalten, diese Therapie auf Zuweisung der Urologen hier in Brandenburg durchzuführen.