Vaskuläre Neurochirurgie

Unter dem Begriff vaskuläre Neurochirurgie fasst man die Behandlung von Blutungen und Blutgefäßveränderungen bzw. Blutgefäßanomalien von Gehirn und Rückenmark wie Hirnarterienaneurysmen, Angiomen bzw. arteriovenösen Malformationen, Cavernormen etc..zusammen. Die angebotenen Optionen umfassen chirurgische, aber auch radiologisch interventionelle Maßnahmen. Die Entscheidungsfindung erfolgt interdisziplinär mit dem Institut für Radiologie sowie der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin am Städtischen Klinikum Brandenburg und dem Asklepios Fachklinikum Brandenburg. Auch bei diesen Eingriffen werden fluoreszenzchirurgische Verfahren eingesetzt.

Intracerebrale Blutung

Blutung2Von intracerebralen Blutungen spricht man, wenn die Blutung in das Hirngewebe eingebrochen ist bzw. von den durch das Hirngewebe verlaufenden Blutgefäßen ausgeht.

Die wichtigsten Ursachen hierfür sind Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) sowie bestimmte erworbene Gefäßveränderungen. Abhängig vom Zustand des Patienten und Lage sowie Ausmaß der Blutung müssen die Patienten intensivmedizinisch betreut werden.
Die Behandlung umfasst neben konservativen Maßnahmen wie Blutdruckkontrolle, Monitoring und ggf. Beatmung, eventuell - je nach klinischem und radiologischem Befund - auch operative Maßnahmen.

Blutung11Diese reichen von der Anlage einer sogenannten Ventrikeldrainage zur Behandlung einer möglich Hirnwasserabflußstörung bis hin zur offenen mikrochirurgischen Blutungsausräumung.

 

Subarachnoidale Blutung

Bild20Von einer Subarachnoidalblutung spricht man bei einer Blutung in den sogenannten Subarachnoidalraum bzw. in den Liquor- („Nervenwasser“) Raum.
Bei spontanen Subarachnoidalblutungen liegt in der Mehrzahl der Fälle ein Hirnarterienaneurysma vor. Hier handelt es sich um eine in der Regel angeborene bzw. sich im Verlaufe des Lebens entwickelnde Gefäßmissbildung, die rupturieren ("platzen") kann. Die Folge ist häufig eine sehr schwere Blutung.

Diese Patienten müssen konsequent intensivmedizinisch behandelt werden, es muss eine Blutgefäßdarstellung (Angiographie) erfolgen, um die Blutungsquelle zu sichern. Danach muss zeitnah ein Verschluss dieses potenziellen Aneurysmas erfolgen. Dies geschieht entweder auf neuroradiologisch interventionellem Wege durch ein sogenanntes „Coiling“ oder durch eine Operation, bei der ein kleiner Metallclip operativ auf das Aneurysma gesetzt wird.
Die Planung der Behandlung wird interdisziplinär zwischen Neurochirurgen, Radiologen und Intensivmediziner durchgeführt, um die optimale Therapie für den Patienten anzubieten. Auch auf dem Gebiet „neurovaskuläre Erkrankungen“ arbeiten wir eng mit dem Asklepios-Fachklinikum Brandenburg zusammen.

 Bild22 Bild23 Bild24

Nach dem Verschluß des Aneurysmas müssen die Patienten noch länger intensivmedizinisch betreut werden, da sich im Verlauf noch schwere Komplikationen wie reaktive Verengungen der Hirngefäße (sogenannte Vasospasmen) und Veränderungen der Hirnwasserzirkulation (Hydrozephalus) entwickeln können.