Pädiatrische Neurochirurgie

Auch bei Kindern werden neurochirurgisch relevante Erkrankungen von uns behandelt. Dies umfasst neben Operationen bei Missbildungen inklusive Kraniosynostosen und Hydrozephalus auch Eingriffe bei kindlichen Hirntumoren. Die Betreuung erfolgt in der Kinderklinik des Klinikums Brandenburg, zur Nachbehandlung bietet sich die ortsansässige Rehaklinik in Brandenburg Hohenstücken an.

Kraniosynostosen

KraniosynostoseZu einem wichtigen neurochirurgischen Krankheitsbild im Kleinkindesalter gehören die Kraniosynostosen. Hierbei handelt es sich letztendlich um eine angeborene Fehlbildung des knöchernen Schädels, welche durch eine vorzeitige Verknöcherung der sogenannten Schädelnähte zu einem unphysiologischem Wachstum der Schädelkalotte mit Verformung des Kopfes führt. In der Folge können dann auch Entwicklungsbeeinträchtigungen des Gehirns entstehen. Häufig sind diese Kraniosynostosen auch mit anderen Missbildungen vergesellschaftet, man spricht dann von syndromalen Kraniosynostosen. Die häufigste Synostose ist die vorzeitige Verknöcherung der Pfeilnaht, welche zum typischen Langschädel führt.

Die operative Behandlung erfolgt in der Regel zwischen dem 3. und spätestens 12. Monat. Hierbei wird zum einen der verknöcherte Teil der Schädelkalotte entfernt, zum anderen wird auch der angrenzende Knochen teilweise mit reseziert, damit sich nicht direkt eine neue Überknöcherung ausbildet. Das Operationsrisiko ist sehr gering mit Hilfe moderner Techniken kann heute sehr blutstillend operiert werden. Dank der im Haus vorhandenen pädiatrischen Intensivstation ist auch eine gute interdisziplinäre postoperative Betreuung in Brandenburg möglich.

Hydrocephalus

Hydrozephalus1Eine weitere wichtige neurochirurgische Erkrankung im Kleinkindesalter ist der Hydrocephalus. Ein Hydrocephalus ist eine Nervenwasserzirkulationsstörung.
Die Ursachen sind unterschiedlich. Häufig entspricht die täglich gebildete Menge des Nervenwassers (Liquor) nicht mehr der Menge, die vom Körper wieder resorbiert wird. Grund kann zum Beispiel eine abgelaufene Hirnblutung sein.
Eine andere Ursache ist ein Nervenwasserstau bei einem angeborenen bzw. erworbenen Hindernis des Liquorabflusses. Durch den Aufstau des Nervenwassers kommt es zu zunehmendem Druck auf das Gehirn und die Folgen können u. U. lebensbedrohlich werden. Bei kleinsten Kindern wird hier von uns eine Ventrikeldrainage gelegt, welche unter der Haut mit einem Reservoir verbunden ist, worüber das überschüssige Nervenwasser zunächst einmal abpunktiert werden kann. Sollte der Hydrocephalus weiter bestehen, gibt es zum einen die Möglichkeit einer permanenten Ableitung, wobei ein sogenannter Shunt von den Hirnkammern in den Bauchraum verlegt wird. Dieser ist mit einem kleinen Ventil ausgestattet, über das sich in Grenzen die Durchflussmenge regulieren lässt.

Hydrozephalus2Eine andere Methode, welche allerdings nur bei bestimmten Arten des Hydrozephalus infrage kommt, ist die endoskopische Drittventrikulozisternotomie. Hier wird über ein Endoskop, welches in die Hirnkammern eingeführt wird, ein „Kurzschluss“ zwischen den Liquorabflusswegen geschaffen, so dass ein eventuelles Hindernis umflossen werden kann. Diese Art der Behandlung kommt aber nur – wie gesagt - bei bestimmten Arten des Hydrocephalus infrage.

Wichtig vor und nach der Behandlung ist eine engmaschige klinische Verlaufskontrolle incl. Messung des Kopfumfanges, da dies ein sehr sensitiver Parameter für eine Liquorzirkulationsstörung grade bei kleinen Kindern ist.

 

Hirneigene Tumore bei Kindern

Hirneigene Tumore verschiedener WHO Grade (siehe Neuroonkologie) sind bei kleinen Kindern häufiger im Bereich des Kleinhirns bzw. im Bereich des Hirnstamms lokalisiert. Die häufigsten Vertreter sind das pilozytische Astrozytom, ein WHO-Grad I-Tumor, welcher nach operativer Entfernung als geheilt gelten kann, und das Medulloblastom, welches wiederum eine bösartige Geschwulst ist, die dann auch einer entsprechenden kinderonkologischen Nachbehandlung bedarf.

Die Behandlung der Kinder erfolgt hier in enger Zusammenarbeit mit der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin.

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