Neurotraumatologie

Die Behandlung schwer Schädel-Hirnverletzter Patienten ist im Städtischen Klinikum Brandenburg auf hohem Niveau gewährleistet. In Zusammenarbeit mit der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin stehen 24h / 7 Tage die Woche Spezialisten bereit, um Hirn - und Rückenmarksverletzung neurochirurgisch und intensivmedizinisch zu betreuen. Notwendige diagnostische Verfahren wie CT, MRT, Hirndruckmessung und Elektrophysiologie sind rund um die Uhr verfügbar

Epidurales Hämatom

EpiduralesHaeBei einem epiduralen Hämatom kommt es zu einer Blutung zwischen Schädelknochen und der harten Hirnhaut (Dura mater). Ursache für eine solche Blutung kann z. B. eine Verletzung der Blutgefäße sein, welche die harte Hirnhaut versorgen. Hierbei handelt es sich in der Regel um die sogenannte Arteria meningea media. Kommt es hier zu einer Verletzung, entwickelt sich sehr schnell eine raumfordernde Blutung zwischen Knochen und harter Hirnhaut, welche dann zunehmend auch das unter der harten Hirnhaut gelegene Gehirn komprimiert. In einem solchen Fall ist eine schnelle chirurgische Intervention lebensrettend. Nach Hautschnitt und Eröffnung des Knochens wird das Hämatom abgetragen und die harte Hirnhaut erneut am Knochen fixiert.
So wird der Druck auf das Gehirn genommen. Bei rechtzeitiger Behandlung ist die Prognose eines epiduralen Hämatoms sehr gut. Nicht jedes Epiduralhämatom muss allerdings operativ behandelt werden, bei kleinen, nicht raumfordernden Blutungen kann zugewartet werden. Allerdings müssen diese Patienten in einer Abteilung überwacht werden, in welcher jederzeit auch die Möglichkeit einer operativen Behandlung bei Verschlechterung des Zustandes besteht.
Epidurale Blutungen können auch bei Schädelbrüchen auftreten. Hierbei kommt es aus dem sehr gut durchbluteten Schädelknochen zu venösen Blutungen, welche auch zu einer epiduralen Blutansammlung führen können. Der Verlauf ist hier häufig weniger dramatisch, allerdings können auch diese Hämatome zu einer nicht unerheblichen Kompression des darunter liegenden Hirns führen, was dann wieder eine chirurgische Maßnahme notwendig macht.

Akutes subdurales Hämatom

AkutesSubduralhaeBei einem akuten subduralen Hämatom kommt es zu einer akuten Blutung zwischen der harten Hirnhaut und der Gehirnoberfläche. Ursächlich ist hier meistens ein Abriss sogenannter Brückenvenen, d. h. Venen, welche das Blut von der Hirnoberfläche zu den großen Blutleitern des Gehirns führen. Ein akutes Subduralhämatom kann unterschiedliche Ausmaße haben, aber auch hier ist eine Überwachung in einer Abteilung, in welcher ein schneller operativer Zugriff möglich ist, unabdingbar. Größere Subduralhämatome mit raumfordernder Wirkung auf das darunterliegende Gehirn müssen schnellstmöglich operiert werden.
Im Gegensatz zu den epiduralen Hämatomen ist die Prognose hier schlechter, da häufig nicht unerhebliche begleitende Hirnverletzungen vorliegen. Bei der Operation werden Schädelknochen und harte Hirnhaut großflächig eröffnet und das Hämatom abgesogen. Bei zu erwartender Hirnschwellung wird in vielen Fällen der Knochendeckel nicht wieder eingesetzt, es handelt sich dann um eine sogenannte dekompressive Kraniektomie.

Chronisch subdurales Hämatom

chronischesSubduralhaeDas chronische Subduralhämatom ist typischerweise eine Erkrankung des älteren Menschen und tritt gehäuft bei Patienten auf, welche blutverdünnende Medikamente nehmen. Häufig nach einem leichten, manchmal gar nicht mehr erinnerlichem Trauma kommt es zum Einriss kleinster Gefäße an der Hirnoberfläche. Die so entstandene Blutung bedingt ein zunehmendes „Ausschwitzen“ eiweißreicher Flüssigkeit im Verlaufe der nächsten Tage und Wochen, ggf. sogar Monate. Dies führt dann wiederum zur Bildung von Membranen innerhalb des entstehenden Hohlraums, aus denen es dann immer wieder bluten kann und so eine langsam zunehmende raumfordernde Blutung entsteht.

Je nach Größe dieses Hämatoms und der begleitenden Symptome ist eine operative Therapie indiziert. Diese umfasst in einfachen Fällen eine Bohrlochtrepanation, d. h. ein Loch wird in den Schädelknochen gebohrt, die harte Hirnhaut wird punktförmig eröffnet und das darunter liegende Hämatom wird über einen Schlauch über mehrere Tage abgelassen. In komplexeren Fällen muss aber der Schädel größerflächig eröffnet werden, um auch die genannten Membranen im Hämatom lösen zu können.

Die Prognose eines chronischen Subduralhämatoms hängt häufig von den Begleiterkrankungen des Patienten ab, Rezidive in den ersten Wochen und Monaten nach der primären Behandlung sind allerdings recht häufig.

Hirnkontusionen / traumatisches Hirnödem

HirnkontusionBei einem schweren Schädelhirntrauma kann es neben den o. beschriebenen Blutungstypen auch zu diffusen Einblutungen in das Gehirn kommen, welche von einer nicht unerheblichen Schwellung des Gehirns begleitet werden. In diesen Fällen wird eine Drucksonde in das Gehirn eingelegt, um den Druck im Kopf kontinuierlich zu messen. Dies geschieht beim Patienten im künstlichen Koma unter kontinuierlicher Überwachung auf der Intensivstation. Je nach Verlauf des Druckes im Gehirn müssen dann drucksenkende Maßnahmen ergriffen werden. Als letzte Möglichkeit bleibt die Entfernung der Schädelkalotte auf einer, ggf. auch auf beiden Seiten, um eine Druckentlastung innerhalb des Schädels zu erreichen. Nach einer solchen Kraniektomie wird zunächst der Verlauf abgewartet, der entnommene Knochendeckel wird tiefgefroren und nach einem Zeitraum von ca. drei Monaten in einer zweiten Operation wieder reimplantiert.