Neuroonkologie

Die Neuroonkologie umfasst die Diagnostik und Behandlung von gut - und bösartigen Tumorerkrankung des zentralen und peripheren Nervensystems. Hierzu zählen die hirneigenen Tumore wie z.B. Gliome, Tumore der Hirnhaut, die sogenannten Meningeome und Geschwülste der Schädelbasis wie Hypophysenadenome und Vestibularisschwannome ("Akustikusneurinome). Auch Metastasen anderer Tumore können je nach Anzahl und Lokalisation neurochirurgisch therapiert werden. Neuronavigation und Fluoreszenzchirurgie gehören bei der operativen Behandlung zum Standard.

Die Nachbehandlung der Patienten erfolgt in Abhängigkeit von Art und Lokalisation der Geschwulst interdisziplinär mit der Klinik für Onkologie im Haus, der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie/ Ruppiner Kliniken, Neuruppin und dem Asklepios Fachklinikum Brandenburg.

Gliome

Gliome zählen zu den häufigsten primär hirneigenen Geschwülsten.

Sie gehen typischerweise von den sogenannten Gliazellen, dem „Stützgewebe“ des Gehirns aus. Je nach feingeweblichem Bild und Verlauf werden vier unterschiedliche Grade unterschieden, wobei Grad I die gutartige und Grad IV die bösartigste Variante darstellen. Der leider beim Erwachsenen am häufigsten vorkommende gliomatöse Tumor ist das Glioblastom. Hierbei handelt es sich um einen WHO Grad IV, d. h. um einen sehr aggressiv wachsenden Tumor. Unabhängig von der feingeweblichen Untersuchung haben sich in den letzten Jahren zunehmend molekulare Marker, d. h. Veränderungen im Erbgut des Tumors als prognostisch relevant erwiesen.

Bild3Die Symptome eines Glioms sind unterschiedlich und hängen von der Stelle im Gehirn ab, an der der Tumor wächst. Häufig sind epileptische Anfälle oder neurologische Ausfälle erstes Symptom. Es folgt dann eine bildgebende Untersuchung, wobei eine MRT-Untersuchung die Geschwulst in der Regel am besten darstellt.

Bei der Verdachtsdiagnose eines solchen Tumors muss dann über das weitere Vorgehen entschieden werden. Vermutet man eine niedriggradigere Geschwulst und liegt diese in einer chirurgisch schwer zugänglichen Hirnregion, kann u. U. ein abwartendes Vorgehen möglich sein. In allen anderen Fällen sollte die Diagnose operativ geklärt werden. Je nach Lokalisation kann auch im Rahmen dieses Eingriffs der Tumor operativ entfernt werden.

Leider lassen sich Gliome, außer Grad I Tumore, nach feingeweblichen Kriterien nie komplett entfernen, so dass immer im Verlauf von einem Rezidiv bzw. einem erneuten Tumor auszugehen ist. Nichtsdestotrotz ist die möglichst komplette Entfernung nach kernspintomographischen Kriterien anzustreben. Wichtig ist hierbei aber der Erhalt funktionell wichtiger Hirnareale. Um diese zu schonen, werden verschiedene Verfahren, auch in unserer Klinik angewendet. So werden diese Tumore intraoperativ mit einem Fluoreszenzfarbstoff „angefärbt“ (5-Aminolävulinsäure “5-Ala“), welcher die Unterscheidung zwischen gesundem und krankem Hirngewebe erleichtert.

Bild4Des Weiteren sind prä- und perioperative elektrophysiologische Untersuchungen möglich, um wichtige Hirnareale besser definieren zu können. Zuletzt besteht noch die Möglichkeit einer sogenannten Wachoperation, hierbei wird der Zugang zum Tumor zunächst in Narkose durchgeführt. Nach Darstellung der Geschwulst wird die Narkose dann ausgesetzt und der Patient muss bestimmte Aufgaben sprachlich bzw. motorisch durchführen, wobei die umgebenden Hirnareale in unterschiedlicher Weise gereizt werden. Je nach Reaktion kann dann auf die Funktion des betroffenen Hirnareals geschlossen werden und dies bei der Operation mit berücksichtigt werden. Diese Art der Operation ist aufwendig und nur bei ausgewählten Patienten anwendbar.

Nach der Operation und der feingeweblichen Sicherung der Diagnose ist dann, je nach Art der Geschwulst, eine Nachbehandlung in Form einer Bestrahlung und / oder Chemotherapie notwendig. Hierzu kooperieren wir mit den niedergelassenen Onkologen in der Umgebung, der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie / Ruppiner Kliniken, Neuruppin und dem  Asklepios-Fachklinikum in Brandenburg.

Meningeome

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Eine weitere große Gruppe der intrakraniell wachsenden Tumore bilden die Meningeome. Hierbei handelt es sich um Geschwülste, welche von den Hirnhäuten ausgehen.

Man unterscheidet hier nach feingeweblichem Befund drei Grade:

  • Mehr als 80 % der Geschwülste sind dem Grad I zuzuordnen. Hierbei handelt es sich um sehr langsam wachsende Tumore, welche das umgebende Hirngewebe verdrängen.
  • Unter Grad II versteht man die atypischen Meningeom, welche schneller wachsen und auch zu Rezidiven neigen.
  • Bei den Grad III-Tumoren handelt es sich um sogenannte anaplastische Meningeome, welche sehr selten sind, aber ein u. U. bösartiges Wachstum zeigen.

Bild2Unabhängig von dem feingeweblichen Befund können Meningeome, insbesondere an der Schädelbasis auch wichtige Strukturen ummauern bzw. infiltrieren, was dann die Therapie u. U. erschwert. Hier sind insbesondere die großen venösen Blutleider des Gehirns und die Hirnnerven betroffen. Je nach Alter des Patienten und Größe und Wachstumstendenz des Tumors sollte eine operative Behandlung angestrebt werden. Diese sollte die möglichst radikale Entfernung des Tumors zum Ziel haben, wobei aber funktionell wichtige Strukturen, wie z. B. Hirnnerven geschont werden müssen.
Bei kleinen Geschwülsten kann alternativ eine Bestrahlung überlegt werden. Auch Fälle, in denen eine komplette Entfernung des Tumors wegen Beteiligung wichtiger Nachbarstrukturen nicht möglich war, können – je nach Verlauf – einer zusätzlichen Bestrahlungstherapie zugeführt werden.

Eine weitere große Gruppe der intrakraniell wachsenden Tumor bilden die sogenannten

Meningeome. Hierbei handelt es sich um Geschwülste, welche von den Hirnhäuten ausgehen.

Man unterscheidet hier nach feingeweblichem Befund drei Grade:

> 80 % der Geschwülste sind dem Grad I zuzuordnen, hierbei handelt es sich um sehr langsam wachsende Tumore, welche das umgebende Hirngewebe verdrängen.

Unter Grad II versteht man die sogenannten atypischen Meningeom, welche schneller wachsen und auch zu Rezidiven neigen.

Bei den Grad III-Tumoren handelt es sich um sogenannte anaplastische Meningeome, welche sehr selten sind, aber ein u. U. bösartiges Wachstum zeigen.

Unabhängig von dem feingeweblichen Befund können Meningeome, insbesondere an der

Schädelbasis auch wichtige Strukturen ummauern bzw. infiltrieren, was dann die Therapie

u. U. erschwert. Hier sind insbesondere die großen venösen Blutleider des Gehirns und die

Hirnnerven betroffen. Je nach Alter des Patienten und Größe und Wachstumstendenz des

Tumors sollte eine operative Behandlung angestrebt werden. Diese sollte die möglichst

radikale Entfernung des Tumors zum Ziel haben, wobei aber funktionell wichtige Strukturen,

wie z. B. Hirnnerven geschont werden müssen.

Bei kleinen Geschwülsten kann alternativ eine Bestrahlung überlegt werden.

Auch Fälle, in denen eine komplette Entfernung des Tumors wegen Beteiligung

wichtiger Nachbarstrukturen nicht möglich war, können – je nach Verlauf – einer

zusätzlichen Bestrahlungstherapie zugeführt werden.

Metastasen

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Die häufigsten beim Erwachsenen vorkommenden intrakraniellen Geschwülste sind Metastasen, d. h. Absiedelungen im Gehirn von Tumoren in anderen Stellen des Körpers.

In vielen Fällen ist sogar der Befund im Gehirn die erste Manifestation eines Tumorleidens. Obwohl es sich bei Metastasen um Geschwülste handelt, die letztendlich eine Ausbreitung eines vorbestehenden Tumorleidens anzeigen, ist in vielen Fällen eine neurochirurgische Behandlung bei diesen Tumoren möglich und indiziert. Insbesondere bei einzelnen Metastasen, welche symptomatisch sind kann wie im Einzelfall auch bei mehreren Tumoren eine Operation sinnvoll sein.

MTS1Am häufigsten metastasieren Lungenkrebs, Brustkrebs und schwarzer Hautkrebs in das Gehirn. Bei der Operation wird grundsätzlich die sogenannte Neuronavigation benutzt, um einen möglichst schonenden Zugang zu der Geschwulst zu wählen. Ein intraoperatives elektrophysiologisches Monitoring zur Überwachung der Funktion relevanter Hirnstrukturen (z.B. Bewegungsbahn) ist möglich und gibt bei dem Eingriff zusätzliche Sicherheit.
Nach der Operation werden die Patientin auf der Intensivstation überwacht. In der Folge sind dann, je nach Ursprungstumor, unterschiedliche Nachbehandlungen notwendig. In der Regel sollte das Gehirn bzw. das Tumorbett nach einer solchen Operation noch nachbestrahlt werden, um die eventuell im Gehirn verbliebenen Zellen abzutöten. Das genaue Behandlungskonzept kann aber nur interdisziplinär mit Neurochirurgen, Onkologen und Strahlentherapeuten festgelegt werden.

Als Plattform hier im Städtischen Klinikum Brandenburg haben wir die interdisziplinäre Tumorkonferenz, in denen diese Fälle besprochen werden.