Leistungsspektrum

Chest Pain Unit

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,

beim Herzinfarkt zählt jede Minute – wer zu lange wartet, riskiert sein Leben.
Bei akuten Brustschmerzen und anderen unklaren Beschwerden im Brustbereich, die möglicherweise auf einen Herzinfarkt hindeuten können, ist die CHEST PAIN UNIT, kurz CPU, für Sie da.

"Chest Pain Unit" bedeutet wörtlich übersetzt "Brustschmerzeinheit". Als solche ist die CPU optimal darauf vorbereitet für Sie eine umfassende Diagnostik und Therapie bei unklaren Brustschmerzen anzubieten. Die CPU ist rund um die Uhr geöffnet. Unsere „CPU“ ist von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie zertifiziert.

Herz-Kreislauferkrankungen stellen die häufigste Todesursache in den westlichen Ländern dar, wobei auch der akute Herzinfarkt eine große Rolle spielt. Leider ist das Bundesland Brandenburg in der Sterblichkeit am Herzinfarkt im Bundesvergleich Schlußlicht. Dies wollen wir ändern. In der Chest Pain Unit ("Brustschmerzeinheit") werden Patienten mit neu aufgetretenen Brustschmerzen stationär aufgenommen und diagnostiziert.

Hierzu stehen insgesamt 8 Überwachungseinheiten zur Verfügung. Es erfolgt ein kontinuierliches Monitoring der Herzfrequenz, des Herzrhythmus und des Blutdruckes. Weiterhin werden jeweils bei Aufnahme, nach 3 und nach 6 Stunden Blutentnahmen zur Bestimmung kardialer Enzyme sowie bei Aufnahme ein Basislabor durchgeführt. Zusätzlich werden zu diesen Zeitpunkten Elektrokardiogramme abgeleitet. Wenn bei den Patienten ein akutes Koronarsyndrom ausgeschlossen werden konnte, erfolgt eine Belastungs-EKG-Untersuchung. Falls ein Herzinfarkt vorliegen sollte, kann dies sofort im Herzkatheterlabor behandelt werden. Diese Behandlung ist auch nachts durch eine 24 h- Rufbereitschaft für den Herzkatheterdienst gewährleistet.

Allgemeinstationen

Unsere Stationen 2.3, 3.0 und 3.1B verfügen über überwiegend 1- und 2-Bett-Zimmern, die nach modernstem Standard eingerichtet sind. Die Station 2.3 finden Sie im 3 Stock des Gebäudeteil 2 (Neubau). Die Station 3.0 im Erdgeschoss des Gebäudeteil 3 (Neubau) und die Station 3.1B dort im 1. Stock.

Die hellen und geräumigen Zimmer sind mit eigenem Bad und elektrisch verstellbaren Betten ausgestattet.

Die Krankenschwestern und -pfleger betreuen Sie rund um die Uhr liebevoll und verantwortungsbewusst im Schicht-System. Unser freundliches und kompetentes Pflegepersonal ist durch regelmäßige Fortbildungen bestens geschult und für Notfallsituationen ausgebildet.. Ein Team von Service- und Assistenzkräften unterstützt und entlastet das Pflegepersonal von Routinetätigkeiten und stellt die Übernahme der Kernaufgaben sicher.

Unser Ärzteteam kümmert sich tagsüber unter der Leitung eines Oberarztes (Internist mit der Zusatzbezeichnung Kardiologe) um Sie. In der Nacht wird die ärztliche Versorgung über den internistischen Hausdienst sowie einem Oberarzt (Internist mit der Zusatzbezeichnung Kardiologe) im Hintergrunddienst gewährleistet.

Überwachungsstation

Auf unserer Überwachungstation (3.1.A) werden Patienten aufgenommen, die akut von ihrem Hausarzt oder Notarzt in die Klinik eingewiesen werden oder wegen einer akuten Erkrankung sich dort selber vorstellen und engmaschig überwacht werden müssen. Dazu gehören Patienten mit Herzinfarkt oder Rhythmusstörungen oder Patienten, die nach einem komplexen Eingriff noch überwacht werden müssen. Diese Station finden Sie im Gebäude trakt 3 (Neubau im
ersten Stock. Hier können neben Herzpatienten auch Patienten mit Luftnot, Bewusstseinsminderung oder weiteren Problemen behandlet werden.

Ein Facharzt steht jederzeit für die Behandlung zur Verfügung.

In die Überwachungstation integriert ist unsere Chest Pain Unit, die von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie e.V. (DGK) als zertifiziert ist

Das erfahrene Ärzte- und Pflegeteam zusammen mit einer entsprechenden technischen Ausstattung kann schwer kranke Patienten die besten Chancen bieten wieder zu genesen. Wir übernehmen solche Patienten gerne auch aus dem Umland und das wissen unsere Nachbarkliniken zu schätzen.

Abteilung für Elektrophysiologie

Sehr geehrte Damen und Herren,
die Abteilung für Elektrophysiologie hat sich enorm entwickelt. Die Abteilung ist inzwischen eine der größten Einrichtung für die Diagnostik und Therapie von Herzrhythmusstörungen in Berlin und Brandenburg.

Die Leitung der Abteilung obliegt OA J. Köneke

Im Bereich der interventionellen Elektrophysiologie liegt der klinische und wissenschaftliche Schwerpunkt in der Behandlung des Vorhofflimmerns. Wir freuen uns, Patienten mit Herzrhythmusstörungen aus unserer Region und überregional moderne Diagnostik- und Behandlungsmethoden anbieten zu können und stehen gerne für Fragen zur Verfügung.

Die häufigsten Verödungen werden wegen Vorhofflimmern durchgeführt.

In Deutschland leiden fast 1,8 Millionen Menschen an Vorhofflimmern.

Unbehandelt kann Vorhofflimmern lebens­bedrohliche Folgeerkrankungen nach sich ziehen und Schlaganfälle oder Organ­infarkte auslösen. Die Früherkennung und auch die Einleitung einer optimalen Therapie rücken verstärkt in den Vordergrund.

Die Herzrhythmusstörung ist zwar nicht unmittelbar lebensbedrohlich, kann jedoch schwerwiegende Komplikationen wie beispielsweise den Schlaganfall nach sich ziehen. Denn bei Vorhofflimmern besteht die Gefahr der Bildung von
Blutgerinnseln im Herzen, die sich ablösen und mit dem arteriellen Blutstrom ins Gehirn gelangen können. Dort verstopfen sie ein Blutgefäß, was einen Schlaganfall auslöst.

Mindestens 15 % aller Schlaganfälle sind auf Vorhofflimmern, der häufigsten Herz­rhythmusstörung, zurückzuführen. Das sind fast 40.000 Schlaganfälle pro Jahr in Deutschland. Das Risiko eines Schlaganfalls lässt sich durch blutgerinnungs­hemmende Medikamente in erheblichem Maße verringern. Sofern Patienten bereits bestehende Herzerkrankungen wie etwa eine Herzschwäche haben, kann Vorhof­flimmern das vorgeschädigte Herz zusätz­lich belasten und die Pumpschwäche des Herzens verstärken. Vor diesem Hinter­grund spielt die Früherkennung von Vorhof­flimmern eine wichtige Rolle, um präventive Maßnahmen einleiten zu können.

Rhythmusstörungen sind häufig nicht permanent vorhanden, sondern treten sporadisch auf. Damit man sie erfassen kann muß über einen längeren Zeitraum (24-48 h) ein EKG (Langzeit EKG) aufgezeichnet werden. Manchmal sind die Rhythmusstörungen auch so selten, dass sie auch im LZ-EKG nicht unbedingt erfasst werden. Dann hilft ein so genannter Eventrecorder, der nur aktiviert wird, wenn die Patienten die Symptome verspüren.
Nicht alle Patienten mit VH Flimmern müssen auch verödet werden. Es gibt ganz verschiedene Therapeiansätze
Die folgenden Maßnahmen können sofort eingeleitet werden:
  • eine Schluckecho-Untersuchung (TEE) zum Ausschluss von Blutgerinseln im linken Vorhof
  • eine sogenannte Kardioversion, um die Patienten wieder in einen stabilen Sinus-Rhythmus zu versetzen.
 

In zusammenarbeit mit unseren Ärzten versuchen wir, die für Sie besten Therapien zu finden. Wir freuen uns, Patienten mit Herzrhythmusstörungen aus unserer Region und überregional moderne Diagnostik- und Behandlungsmethoden anbieten zu können und stehen gerne für Fragen zur Verfügung.

Herzschrittmacher/Defibrillatoren

Der Herzschrittmacher

Der Herzschrittmacher dient dazu das Herz vor einem langsamen Herzschlag zu schützen (Bradykardie). Hierbei können verschiedene Bestandteile der Impulsentstehung bzw. Reizleitung geschädigt sein. Zum einen braucht das Herz einen Taktgeber damit es in der richtigen Geschwindigkeit schlägt, den sog. Sinusknoten. Zum anderen wird dieser Impuls über den Vorhof und den sog. AV Knoten als Leitungsbahn in die Kammer geleitet. Alle diese Strukturen können
verändert sein, was zu einem zu langsamen Herzschlag führt.

Der Schrittmacher verfügt über „Fühler“ (sog. Sonden), die erkennen ob die Herzfrequenz richtig oder zu langsam ist. Über die Fühler können auch elektrische Impulse abgegeben werden, die zu einem Herzschlag führen.

In der Schrittmacherambulanz können alle in Deutschland üblichen Schrittmacherfabrikate abgefragt werden (z.B. Biotronik, CPI, Ela, Intermedics, Medtronic, Pacesetter, Siemens, St. Jude Medical, Teletronics, u.a.).

Der Defibrillator

Patienten mit einer Herzmuskelschwäche oder nach einem Herzinfarkt haben ein erhöhtes Risiko an einem plötzlichen Herztod aufgrund einer Herzrhythmusstörung zu sterben. Neben der medikamentösen Therapie werden diese Patienten daher mit einem Defibrillator behandelt.

 
Das ist ein kleines Aggregat, das ähnlich wie ein Herzschrittmacher unter die Haut implantiert wird und bei plötzlichem, lebensgefährlichem Herzrasen einen kurzen Stromstoß abgibt, der dann die Rhythmusstörung beendet.

Zur Zeit werden ca. 550 Patienten mit einem Defibrillator bei uns betreut. Darunter sind auch Patienten mit angeborenen und vererbten Rhythmusstörungen. Dazu kommen ca. 200 Patienten, die einen Defibrillator mit der Möglichkeit einer speziellen biventrikulären Stimulation haben, so dass neben den Rhythmusstörungen gleichzeitig eine Herzschwäche mitbehandelt werden kann.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Implantation von Defibrillatoren mit Home Monitoring. Durch dieses System können ohne Zutun des Patienten täglich Informationen über die technische Integrität des Defibrillators oder über eventuelle Rhythmusstörungen an das Krankenhaus übermittelt werden.

So kann die Behandlung ohne Verzögerung geändert und angepasst werden. Die Patienten mit Home Monitoring Systemen können sich so voll auf die Sicherheit des implantierten Gerätes verlassen.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Implantation von modernen MRT tauglichen Geräten. Patienten mit einem Defibrillator können sich gerne auch der Defi Selbsthilfegruppe anschliesen.

Hochschulzentrum für Rhythmologie – Brandenburg

in der Schwerpunktsprechstunde für Herzrhythmusstörungen (Rhythmussprechstunde) werden Patienten aus dem gesamten Bundesland sowie darüber hinaus zur Diagnositk und Behandlung von Herzrhythmusstörungen vorgestellt. Schließlich wurde eine neue Sprechstunde für Kinder und Jugendliche mit Herzrhythmusstörungen etabliert sowie für Patienten mit Ionenkanalerkrankungen (z.B. long-QT Syndrom, Brugada Syndrom, CPVT). Diese Sprechstunde findet einmal im Monat statt.
In der Ambulanz werden Patienten individuell über ihre Herzerkrankung und Behandlungsmöglichkeiten beraten. Termine werden im Vorfeld telefonisch vereinbart, je nach Dringlichkeit werden kurzfristige Termine vergeben. Im Gespräch mit dem Ambulanzarzt kann der Patient seine Beschwerden schildern. Wichtig ist zusätzlich die Sichtung der mitgebrachten Befunde. Die Durchführung weiterer Untersuchungen wird auf den einzelnen Patienten abgestimmt. Dazu gehört in den meisten Fällen ein Ruhe EKG, ein Belastungs-EKG und eine Ultraschalluntersuchung des Herzens. Je nach Fragestellung sind weitere, spezielle Untersuchungen notwendig. Hier arbeiten wir eng mit den anderen Kliniken des UKM zusammen.

In einigen Fällen, in denen Rhythmusstörungen schlecht aufzuzeichnen sind, können wir den Patienten spezielle EKG Geräte mitgeben, mit denen über einen Zeitraum von 7 Tagen bis zu einem Monat ein EKG aufgezeichnet wird, und das der Patient selbst aktiviert, wenn er Rhythmusstörungen bemerkt.

Während des Ambulanzgespräches wird jeder Patient individuell über eine eventuell zugrunde liegende Herzerkrankung und die Bedeutung seiner Rhythmusstörung beraten. In Absprache mit dem Patienten wird gemeinsam ein Behandlungsplan erstellt und ggf. eine stationäre Aufnahme vereinbart

Wir beschäftigen uns mit familiären Formen von Herzrhythmusstörungen, Herzmuskelerkrankungen und Herzfehlern sowie genetischen Faktoren, die zum plötzlichen Herztod prädisponieren. Obgleich diese Erkrankungen selten sind (Inzidenz von 1:500 bis 1:10.000), kennen wir durch unsere langjährigen Arbeiten viele Fälle in denen wir helfen konnten. In Zusammenarbeit mit den Kollegen anderer Abteilungen können wir Ihnen daher eine ungewöhnliche Erfahrung und ein breites Spektrum in Diagnostik und Therapie (medikamentös/interventionell/Geräte) anbieten. Wir bieten zudem eine Fachgebundene, humangenetische Beratung (entspr. GEKO-Richtlinie über die Anforderungen an die Qualifikation zur und Inhalte der genetischen Beratung gemäß § 23 GenDG) für Betroffene und deren Familien


Rhythmusstörungen (allgemein)

KI Roe 9600Damit das Herz überhaupt schlägt, besitzt es spezielle Zellen, welche die Erregung erzeugen und weiterleiten. Die Erregung startet im Sinusknoten, wird dann über die Vorhöfe weitergeleitet, gelangt schließlich zum AV Knoten und Hisbündel, wo sie über die Kammerschenkel und Purkinjefasern in die Herzkammer geleitet wird.

Vereinfacht gibt es zu langsame und zu schnelle Rhythmusstörungen. So kann eine Störung des Sinusknotens oder AV Knotens den Herzschlag verlangsamen und so Leistungsschwäche, Schwindel und schlimmstenfalls Bewusstlosigkeit hervorrufen.

Schnelle Rhythmusstörungen entstehen z.B. durch Muskelzellen, die „aus der Reihe tanzen“ und so Extraschläge im Herzen hervorrufen. Andere Ursachen für schnelle Rhythmusstörungen sind zusätzliche Leitungsbahnen oder Veränderungen im Herzmuskelgewebe nach / bei Krankheiten wie Herzinfarkt, Herzmuskelentzündung und Herzmuskelschwäche. Als Patient verspürt man die schnellen Rhythmusstörungen häufig als Herzklopfen / -stolpern oder Herzrasen. Besonders gefährlich sind die Herzkammerrhythmusstörungen, die bei Herzmuskelschwäche entstehen. Diese können zu Bewusstlosigkeit und schlimmstenfalls sogar zum Tod führen. Auf jeden Fall sollten Herzrhythmusstörungen klar diagnostiziert werden, um harmlose von gefährlichen zu unterscheiden und ggf. eine entsprechende Therapie zu beginnen.

TMZB - Telemedizin Zentrum Brandenburg

Das Telemedizin Zentrum Brandenburg unterstützt Patienten und Ärzte bei der Überwachung der krankheits-relevanten Parameter der Herzschwäche.

Mit dem handlichen Gerät registrieren die Patienten zu Hause täglich ein EKG – zur Bestimmung des Herzrhythmus und der Herzfrequenz – und den Blutdruck, das Körpergewicht, die Atemfrequenz und die Sauerstoffsättigung.Diese Daten werden zusammen mit Angaben zum subjektiven Befinden via Internet in verschlüsselter Form an das Telemedizin Zentrum übermittelt.

Dort werden die eingehenden Informationen täglich von geschulten Krankenschwestern und Ärzten beurteilt. Bei Anzeichen für eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Patienten erhält der behandelnde Arzt umgehend einen Bericht über die aktuellen Befunde und Messwerte.

Auf dieser Grundlage kann der Arzt dann zeitnah die jeweils erforderlichen Maßnahmen ergreifen. Der Hausarzt oder Kardiologe bleibt ohne Einschränkungen verantwortlich für die Behandlung des Patienten.

 

Klinisches Studienzentrum

folgende klinischen Studie werden derzeit am Klinikum duchgeführt
  • Telemedizinsche Betreuung von Patienten mit Herzinsuffizienz (TMZB)
  • AFNET-EOP (Register für Vorhoffflimmern in Europa)
  • Augustus Studie (Vorhofflimmern und kürzliches akutes Koronarsyndrom oder PCI)
  • ETNA-VTE-EU (Edoxaban bei venösen Thrombembolien)
  • ETNA –AF-EU (Edoxaban bei Vorhhofflimmern)
  • ELCid - Chagas Register Deutschland (www.chagas.info)
  • Psycholog. Fernbetreuung von ICD Patienten (www.icd-forum.de)

Herzkatheter (interventionelle Kardiolgie)

Die Diagnostik und Behandlung von Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit bildet den Schwerpunkt der Aufgaben des Herzkatheterlabors, dies ist sozusagen das „Brot und Butter“ Geschäft in der Kardiolgie. Die koronare Herzkrankheit ist Folge der Atherosklerose der Herzkranzgefäße (Koronararterien) und führt durch die Ausbildung von Engstellen (Stenosen) der Koronararterien zur Minderdurchblutung des Herzmuskels. Dies kann dann bis zu einem Herzinfarkt führen.

Die Linksherzkatheteruntersuchungen mit Koronarangiographie, Kontrastmitteldarstellung der linken Herzkammer (Laevokardiographie) und der Aorta (Hauptschlagader) sowie die Rechtsherzkatheteruntersuchungen mit Druckmessung im Lungenkreislauf und Kontrastmitteldarstellung der Lungenarterien werden an zwei Katheteranlagen mit digitaler Bildverarbeitung durchgeführt. Zur weiterführenden Diagnostik der Koronararterien stehen intravaskulärer Ultraschall (IVUS), intravaskuläre Druckdrahtmessung (Pressurewire) und optische Cohärenztomographie (OCT) zur Verfügung. Relevante Koronararterienstenosen werden mit Ballonaufweitungen (Ballondilatation=PTCA), mit Implantation eines Stents (Gefäßstützen) behandelt. Stents können entweder unbehandelt sein (bare metal), oder medikamentenbeschichtet (drug eluting, DES) sein oder selbst auflösend. Welcher Stent notwendig ist und eingesetzt wird, entscheidet der Arzt vor Ort, Dies hängt von vielen Faktoren ab.

Bei akuten Herzinfarkten, welche durch den plötzlichem Verschluss einer Koronararterie gekennzeichnet ist, ist die beste Therapie eine sofortige PTCA mit Stentimplantation. Für die Behandlung akuter Herzinfarkte steht in einer 24-Stundenrufbereitschaft täglich ein erfahrenes Team aus Ärzten und speziell geschulten Pflegekräften bereit. Außerdem ist das gesamte Spektrum der Intensivmedizin, der medikamentösen Begleittherapie der vorübergehenden Implantation einer kreislaufunterstützenden Pumpen sowie eine enge Anbindung an die Klinik für Herzchirurgie in Berlin und ganz Brandenburg jederzeit verfügbar.

Die Verwendung neuester Materialien und die regelmäßige Fortbildung von ärztlichem und Pflegepersonal ermöglicht ein hohes Maß an Sicherheit für den Patienten. Die gute Zusammenarbeit mit Kliniken der Region und dem Rettungssystem ermöglicht den schnellen Transport und die Versorgung von Patienten, die zuvor in anderen Kliniken mit einem akuten Herzinfarkt aufgenommen werden.

Neben der Diagnostik und Behandlung der koronaren Herzkrankheit werden zur Diagnostik der Ursachen einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) Links- und Rechtsherzkatheteruntersuchungen mit Entnahme einer Herzmuskelgewebeprobe (Myokardbiopsie) durchgeführt. Bei entsprechenden Beschwerden können offene Foramina ovale (PFO) durch Implantation eines Schirmchenverschluss-Systems (Okkluder) verschlossen werden oder auch das Vorhofohr verschlossen werden, damit sich dort keine Blutgerinnsel bilden, die einen Schlaganfall auslösen könnten.

Wissenschaftliche Projekte

Calcium und IP3 Signalling

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Um den Energiebedarf der Herzmuskelzelle an die Energieproduktion anzupassen, muss es einen gut regulierten Kommunikationsmechanismus zwischen den Zellen und den Mitochondrien als Energieproduzenten geben. Ziel dieses Projektes ist es, genau diese Interaktion zu untersuchen. Dabei ist es der Kernpunkt des Projekts zu erarbeiten, über welchen Mechanismus Hormone die Funktion der Mitochondrien von außen beeinflussen können.

Die mitochondriale ATP-Produktion wird über die Ca2+-Konzentration in der mitochondrialen Matrix reguliert. Der wichtigste Ca2+-Aufnahme Kanal ist der mitochondriale Ca2+ Uniporter (mCU). Über diesen können, nach der Aktivierung, große Mengen Ca2+ in die mitochondriale Matrix gelangen. Paradoxer Weise benötigt der mCU zur Aktivierung unphysiologisch hohe Ca2+-Konzentrationen im mM Bereich. Bislang ist es unklar, wozu Mitochondrien einen Kanal expremieren, der unter physiologischen Bedingungen nicht aktiv sein kann. Der Stimulus und in der Folge die mitochondriale Ca2+-Aufnahme werden seit vielen Jahren kontrovers diskutiert. Ein möglicher Trigger für die mitochondriale Ca2+-Aufnahme kann die Akkumulation freigesetzten Ca2+ in sog. Mikrodomänen sein. Mikrodomänen sind durch den engen Kontakt zweier Organellen, in diesem Projekt Mitochondrien und SR, geprägt. Dieser enge Kontakt führt zu einem lokal abgeschlossenen Raum in der Zelle. In diesem Projekt soll die Hypothese untersucht werden, ob über Ca2+-Freisetzungskanäle auf dem SR, sog. IP3-Rezeptoren (IP3R), in Mikrodomänen freigesetztes Ca2+ in die Mitochondrien aufgenommen wird und dort die ATP-Produktion beeinflusst.


Der Calcineurin-NFAT-Signalweg

Prof. Dr. O.Ritter , Dr. M. Czolbe

Calcineurin ist ein Heterodimer aus Calcineurin A (CnA, 59 kDa) und Calcineurin B (CnB, 19 kDa). Calcineurin A besteht aus einer katalytischen und einer regulatorischen Domäne. Die regulatorische Domäne enthält die Calcineurin B-Bindungsstelle, die Calmodulin bindende Region und eine autoinhibitorische Domäne am C-Terminus. Ca2+-Bindung an Calcineurin B ermöglicht die Calmodulinbindung an CnA. Dies resultiert in einer Konformationsänderung der autoinhibitorischen Domäne und damit in einer Aufhebung der Blockade der katalytischen Untereinheit. Dadurch wird das Enzym aktiviert. Myokardiale Hypertrophie kann durch Calcineurin und NFAT vermittelt werden. Die Wirkung von Calcineurin kann durch Cyclosporin (CsA) unterdrückt werden. Zur Frage der Hypertrophiereduktion durch CsA gibt es einige tierexperimentelle Studien. Die Datenlage im Tiermodell ist jedoch nicht eindeutig. Dies könnte zum Teil an den toxischen Nebenwirkungen von CsA liegen. Zurzeit werden weitere, spezifischere Inhibitoren von Calcineurin untersucht. MCIP1, ein endogener Inhibitor von Calcineurin, wird über ein Calcineurin-responsives Element durch Calcineurin selbst reguliert und kann myokardiale Hypertrophie unterdrücken. Weitere endogene Inhibitoren von Calcineurin sind AKAP79 und Cain/Cabin. Die adenovirale Infektion von Kardiomyozyten mit diesen Inhibitoren verhinderte myokardiale Hypertrophie.

Der Calcineurin-NFAT-Signalweg

NFAT SignalwegNeben dem klassischen Substrat NFAT gibt es weitere Substrate für Calcineurin wie den Ryanodin-Rezeptor (RyR) und die Mitochondrien. Der Calcineurin-NFAT-Signalweg kann durch mehrere Mechanismen inhibiert werden.

Eventuell spielen unterschiedliche Aktivierungswege von Calcineurin eine Rolle bei der Frage, welche Wirkung (pro- oder antihypertroph) Calcineurin ausübt. Bisher geht man davon aus, dass dauerhaft erhöhte Ca2+- Spiegel in der Zelle zu einer Aktivierung von Calcineurin führen. In einer 2005 publizierten Arbeit konnten wir einen alternativen Weg der Calcineurin-Aktivierung aufzeigen. Durch proteolytische Abspaltung der autoinhibitorischen Domäne von Calcineurin kommt es zu einem Anstieg der Calcineurinaktivität. Dieser ist auf die Entstehung einer "konstiutiv aktiven" Form von Calcineurin durch die Proteolyse der autoinhibitorischen Domäne zurückzuführen.

In humanen Herzgewebeproben wurde die Calcineurin-Aktivität gesunder Herzen im Vergleich zu hypertrophierten oder insuffizienten Herzen untersucht. Hierbei konnten wir nachweisen, dass die Calcineurin-Aktivierung bei Herzinsuffizienz um das Vierfache gesteigert ist. Dies weist auf die Relevanz dieses Signalwegs im insuffizienten Herzen des Menschen hin. In unserer Arbeitsgruppe werden daher Möglichkeiten gesucht, den Calcineurin-NFAT-Signalweg beim Menschen zu beeinflussen, um das Entstehen einer Herzinsuffizienz zu vermeiden.

Das auf experimenteller Ebene gewonnene Wissen wird nun in die Entwicklung von Medikamenten umgesetzt. Hierfür konnten erfolgreich Fördermittel – u. a. im Rahmen der VIP-Initiative des BMBF – eingeworben werden. Die weitere Medikamentenentwicklung wird unter dem Dach einer eigens dazu gegründeten Biotechnologiefirma (CALPORTIN pharmaceuticals) durchgeführt.


CALPORTIN Pharmaceutical

Prof. Dr. O.Ritter , Dr. M. Czolbe (CSO)

CALPORTIN pharmaceuticals ist eine auf die Arzneimittelentwicklung in den Therapie gebieten Herz-Kreislauf und Immunologie spezialisierte Firma. Basierend auf einem neuen, bereits im Tiermodell validierten Interventionspunkt
werden Arzneimittel bis zum „proof of concept" im Menschen, in Nischenindikationen darüber hinaus, entwickelt und anschließend in Partnerschaften mit etablierten Pharmafirmen an den Markt gebracht.

CALPORTIN

Das Wirkprinzip von CALPORTIN

Die Entdeckung unserer Gruppe, dass zur vollen transkriptionellen Aktivität von NFAT auch Calcineurin im Zellkern benötigt wird, führte zur Entwicklung von CALPORTIN (CPN), einem Peptid, das diesen Transport in den Zellkern verhindert. Damit war es uns möglich, in verschiedenen Modellsystemen (in vitro und in vivo) die Expression von Hypertrophie-Genen zu unterdrücken und die Entstehung einer myokardialen Hypertrophie zu verhindern. Dieses Wirkprinzip soll durch CALPORTIN pharmaceuticals zu einem Medikament gegen Herzinsuffizienz weiterentwickelt werden.

Ziel von CALPORTIN pharmaceuticals ist es, das gefundene Therapieprinzip auf den Menschen zu übertragen und geeignete Substanzen bei herzinsuffizienten Patienten im Rahmen einer pharmazeutischen Entwicklung einzusetzen.

Dies beinhaltet

  • die Optimierung des Leitpeptids und umfassende Testung in weiteren speziellen Tiermodellen für die Herzinsuffizienz,
  • das anschließende Design von „small chemical compounds" als Ausgangpunkt für eine Medikamentenentwicklung im Therapiegebiet Herz-Kreislauf und
  • der Einsatz des Entwicklungskandidaten im Menschen im Rahmen einer kontrollierten klinischen Studie.

Weitere Projekte

  • Eya4
  • Kardiotoxische Nebenwirkungen neuer Tumortherapeutika
  • CApon in myocardium

foerderung