Hochschulzentrum für Rhythmologie – Brandenburg

in der Schwerpunktsprechstunde für Herzrhythmusstörungen (Rhythmussprechstunde) werden Patienten aus dem gesamten Bundesland sowie darüber hinaus zur Diagnositk und Behandlung von Herzrhythmusstörungen vorgestellt. Schließlich wurde eine neue Sprechstunde für Kinder und Jugendliche mit Herzrhythmusstörungen etabliert sowie für Patienten mit Ionenkanalerkrankungen (z.B. long-QT Syndrom, Brugada Syndrom, CPVT). Diese Sprechstunde findet einmal im Monat statt.
In der Ambulanz werden Patienten individuell über ihre Herzerkrankung und Behandlungsmöglichkeiten beraten. Termine werden im Vorfeld telefonisch vereinbart, je nach Dringlichkeit werden kurzfristige Termine vergeben. Im Gespräch mit dem Ambulanzarzt kann der Patient seine Beschwerden schildern. Wichtig ist zusätzlich die Sichtung der mitgebrachten Befunde. Die Durchführung weiterer Untersuchungen wird auf den einzelnen Patienten abgestimmt. Dazu gehört in den meisten Fällen ein Ruhe EKG, ein Belastungs-EKG und eine Ultraschalluntersuchung des Herzens. Je nach Fragestellung sind weitere, spezielle Untersuchungen notwendig. Hier arbeiten wir eng mit den anderen Kliniken des UKM zusammen.

In einigen Fällen, in denen Rhythmusstörungen schlecht aufzuzeichnen sind, können wir den Patienten spezielle EKG Geräte mitgeben, mit denen über einen Zeitraum von 7 Tagen bis zu einem Monat ein EKG aufgezeichnet wird, und das der Patient selbst aktiviert, wenn er Rhythmusstörungen bemerkt.

Während des Ambulanzgespräches wird jeder Patient individuell über eine eventuell zugrunde liegende Herzerkrankung und die Bedeutung seiner Rhythmusstörung beraten. In Absprache mit dem Patienten wird gemeinsam ein Behandlungsplan erstellt und ggf. eine stationäre Aufnahme vereinbart

Wir beschäftigen uns mit familiären Formen von Herzrhythmusstörungen, Herzmuskelerkrankungen und Herzfehlern sowie genetischen Faktoren, die zum plötzlichen Herztod prädisponieren. Obgleich diese Erkrankungen selten sind (Inzidenz von 1:500 bis 1:10.000), kennen wir durch unsere langjährigen Arbeiten viele Fälle in denen wir helfen konnten. In Zusammenarbeit mit den Kollegen anderer Abteilungen können wir Ihnen daher eine ungewöhnliche Erfahrung und ein breites Spektrum in Diagnostik und Therapie (medikamentös/interventionell/Geräte) anbieten. Wir bieten zudem eine Fachgebundene, humangenetische Beratung (entspr. GEKO-Richtlinie über die Anforderungen an die Qualifikation zur und Inhalte der genetischen Beratung gemäß § 23 GenDG) für Betroffene und deren Familien


Rhythmusstörungen (allgemein)

KI Roe 9600Damit das Herz überhaupt schlägt, besitzt es spezielle Zellen, welche die Erregung erzeugen und weiterleiten. Die Erregung startet im Sinusknoten, wird dann über die Vorhöfe weitergeleitet, gelangt schließlich zum AV Knoten und Hisbündel, wo sie über die Kammerschenkel und Purkinjefasern in die Herzkammer geleitet wird.

Vereinfacht gibt es zu langsame und zu schnelle Rhythmusstörungen. So kann eine Störung des Sinusknotens oder AV Knotens den Herzschlag verlangsamen und so Leistungsschwäche, Schwindel und schlimmstenfalls Bewusstlosigkeit hervorrufen.

Schnelle Rhythmusstörungen entstehen z.B. durch Muskelzellen, die „aus der Reihe tanzen“ und so Extraschläge im Herzen hervorrufen. Andere Ursachen für schnelle Rhythmusstörungen sind zusätzliche Leitungsbahnen oder Veränderungen im Herzmuskelgewebe nach / bei Krankheiten wie Herzinfarkt, Herzmuskelentzündung und Herzmuskelschwäche. Als Patient verspürt man die schnellen Rhythmusstörungen häufig als Herzklopfen / -stolpern oder Herzrasen. Besonders gefährlich sind die Herzkammerrhythmusstörungen, die bei Herzmuskelschwäche entstehen. Diese können zu Bewusstlosigkeit und schlimmstenfalls sogar zum Tod führen. Auf jeden Fall sollten Herzrhythmusstörungen klar diagnostiziert werden, um harmlose von gefährlichen zu unterscheiden und ggf. eine entsprechende Therapie zu beginnen.