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Wir zogen uns den Stiefel an

AKt2016 2Vicenza, Venedig, Verona, Peschira del Garda – 5 Orte, 4 Wochen. Diese Erfahrung wurde uns 5 Auszubildenden des 3. Lehrjahres des Städtischen Klinikums Brandenburg durch ein vierwöchiges Auslandsstipendium in Italien geboten.

Am 2. Oktober 2016 flogen wir in unsere neue Heimat und lernten unsere Gastfamilien kennen. Damit fiel der Startschuss für den Einblick in die italienische Kultur und den uns bevorstehenden Arbeitsalltag.

Nach zwei Einführungstagen begannen wir unsere Arbeit in verschiedenen Privatkliniken im Umkreis von Vicenza. Kardiologie, Rehabilitation und der Wohnbereich eines Pflegeheimes waren unsere Stationen.

Die ersten Tage waren nicht einfach. Da wir keinen Sprachkurs hatten, fiel uns die Integration in den Stationsablauf zunächst schwer. Jedoch waren wir von der offenen und herzlichen Art des Personals schon zu diesem Zeitpunkt begeistert.

Nach unseren Diensten und am Wochenende nutzten wir jede freie Minute, um möglichst viel von Land und Leuten kennenzulernen. Schnell entschieden wir uns für unser erstes Ziel: Venedig.

Wir waren sehr gespannt, denn wer hat noch nicht von der Stadt der Brücken gehört? Anfangs war der Tag recht regnerisch und unsere Stimmung war aufgrund dessen ein wenig getrübt. Aber die Atmosphäre der Lagunenstadt ließ die kleinen anfänglichen Dämpfer schnell vergessen und wir waren überwältigt. Überall Wasserstraßen, Gondeln und Gassen, so wie man es sich vorstellt. Nach einiger Zeit des Umherirrens fanden wir die Piazza de San Marco. Selbst der Himmel lachte und der Charme der Stadt packte uns bis zum späten Abend.

Am Montagmorgen begrüßte man uns wieder nach italienischem Standard. Aus jeder Ecke ertönte ein „Ciau“, „Buongiorno“ oder „Salve“ - fremde Worte, die wir uns jedoch nach einiger Zeit angeeigneten. Der Alltag verlief etwas anders als in Deutschland, denn nach dem Betten und Pflegen der Patienten, gönnte man sich erst mal una café und wurde mit „mangare“ zum Essen aufgefordert. Diese Worte wurden ein fester Bestandteil. Auffällig war für uns, dass Desinfektionsmittel nicht so oft angewendet wurden, statt dessen Händewaschen und Handschuhe.

Am darauffolgenden Wochenende besuchten wir die Heimat von Romeo und Julia. Verona stand ganz im Namen der Liebe. Vor dem berühmten Balkon, wo einst Julia ihrem Romeo zuwinkte, wimmelte es von Touristen. Auch einige Brautpaare fanden ihren Weg dorthin und besiegelten ihre Liebe mit einem Liebesschloss.

AKt2016 3An einem sehr sonnigen Sonntag entschieden wir uns, an den 50km entfernten Gardasee zu fahren. Dort erlebten wir einen ruhigen Tag am Strand und spazierten die Promenade entlang.

Am nächsten Tag fiel es uns ein wenig schwer, früh aufzustehen und zur Arbeit zu fahren. Inzwischen kannten wir aber immerhin schon die Patienten, sowie das Team (bestehend aus studierten Krankenschwestern „Infermiere“ und Pflegehelfern „Operatore socio-sanitario“) und die Abläufe. Wir hatten den Eindruck das Wunden und Verletzungen weniger dramatisch gesehen werden, als wir es aus Deutschland gewohnt waren.

Man achtete sehr auf Bewegung und Sport. Die Patienten wurden mehrere Male am Tag aufgefordert, ins bekannte „Palestra“, die Sporthalle der Physiotherapie, zu gehen, um nicht im Zimmer „zu verrosten“.

Die letzten Arbeitstage ließen wir abends öfter gemeinsam ausklingen. So gingen wir die schöne Stadt Vicenza erkunden oder genossen die italienische Küche in Restaurants oder Bars.

Alles in Allem kommen wir zu dem Fazit, dass wir dort zahlreiche Eindrücke gewinnen konnten und einen anderen Alltag erlebt haben. Wir freuten uns aber auch auf den Heimweg am 29.Oktober und die Rückkehr in unser gewohntes Leben.

Wir könnten es uns vorstellen, solche Aufenthalte zu wiederholen und würden es auch nachfolgenden Jahrgängen der Medizinischen Schule empfehlen. Die Sprachbarriere wäre in einem englisch sprachigen Umfeld oder mittels italienischen Sprachkenntnissen geringer.

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